openart Lausitz Biennale für zeitgenössische Kunst
Vom 31. Juli bis 20. September 2026 verwandelt sich die Brandenburger Lausitz in eine Plattform für zeitgenössische Kunst. Unter dem Motto „Kunst formt Räume – art shapes spaces“ findet erstmals die openart Lausitz Biennale statt. Die Biennale will die kulturelle Vielfalt der Lausitz überregional ins Gespräch bringen. Gezeigt werden Malerei, Fotografie, Skulptur, Installationen sowie Multimedia und Performance – ergänzt wird das Programm durch Live-Veranstaltungen wie szenische Lesungen, Workshops und Mitmach-Aktionen.
Jamlitz - ehemalige Künstler-Kolonie neu belebt
In Jamlitz (Landkreis Dahme-Spreewald) startet die Biennale am 14. August – schon zwei Tage vorher findet ein lockeres Tischgespräch mit Künstlerinnen und Künstlern statt.
Ob Künstlerkolonie und beliebte Sommerfrische in den 1920er Jahren, Verkehrsknotenpunkt der Holzindustrie oder SS-Stützpunkt sowie Außenlager des KZ Sachsenhausen - im 350 Seelen-Dorf Jamlitz spiegelt sich die deutsche Geschichte. Die Ausstellung der openart Lausitz Biennale in Jamlitz widmet sich den Leerstellen, der Vernachlässigung und Verwahrlosung, aber auch den damit verbundenen Möglichkeiten des Neudenkens dieser Orte, Strukturen und Wunden.
Sieben Installationen von Künstler:innen aus Deutschland, Norwegen, Großbritannien und Japan greifen diese Geschichte auf, aber auch denkbare Zukunftsszenarien des Ortes.
Julia Lazarus beschäftigt sich in ihrer Videoinstallation „The many levels of water“ in der 150 qm großen temporären Kunsthalle mit dem spürbaren Wassermangel durch den Kohleausstieg und wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit den Gästen und weiteren Experten ins Gespräch kommen.
Christine Schulz erforscht in ihren Arbeiten den ambivalenten Charakter des Bildes als Spiegelung und Konstruktion der Realität.
Im Außenraum des Dorfes sind fünf Werke zu finden, die extra für diese Orte entwickelt wurden.
Bob Budd zeigt mit seiner Installation „It´s all in the soil (Es liegt alles am Boden)“ eine heiter verspielte Parodie auf das deutsche „Schaffe, schaffe, Häusle bauen …“. Aus handelsüblichen Schaufeln wird ein echter Blickfang, der im Anschluss der Ausstellung im Dorf verbleibt.
Mio Okido hat mit „Wiederbegegnung“ ihren Fokus auf die düstere Geschichte von Jamlitz gerichtet. Sechs Fahnen auf dem Gelände des ehemaligen SS-Außenlagers widmen sich dem Terror der SS sowie dem sowjetischen Speziallager, das direkt nach dem Untergang des 3. Reiches das Areal übernahm.
Viktoria Guzikowska entwickelt für verschiedene Standorte in Jamlitz Accessoires für Architektur. Mit leuchtend blauem Stoff bekleidet sie ausgewählte Architekturen.
Franziska Möbius zeichnet in „Come Together“ auf der ehemaligen Panzerstraße eine Bodenarbeit aus einem Linienbild aus Verkehrsstreifen.
Anke Westermann setzt der dörflichen Architektur eine leuchtende Idee gegenüber. Ihr Haus besteht aus Licht, welches in minimaler Formensprache einen spannenden Kontrast zum Umraum bietet.
Freitag, 14.8.2026 um 17:00 Uhr Eröffnung -
- Start Kunsthalle Alte BHG, Kastanienallee 1, 15868 Jamlitz
Kremserfahrt zu den jeweiligen Kunstwerken
Finissage mit Jazz - Sonntag, 30.8.2026 um 15:00 Uhr
- Start: Kunsthalle Alte BHG, Kastanienallee 2, 15868 Jamlitz
- Abschlussführung um 16:00 Uhr
- Würstchen und Wein/Bier
Die Arbeiten im Außenraum sind täglich rund um die Uhr zu besichtigen.
Öffnungszeiten der Kunsthalle Alte BHG, Kastanienallee 2, 15868 Jamlitz
- Donnerstag und Freitag 14:00-18:00 Uhr
- Samstag und Sonntag 11:00-18:00 Uhr
- Kaffee und Kuchen jeweils am Samstag und Sonntag ab 15:00 Uhr
- Führung jeweils am Samstag und Sonntag ab 16:00 Uhr
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
open spaces (Landkreis Dahme-Spreewald / Wokrejs Dubja-Błota)
Ergänzt wird das Biennale Programm durch das Format „Offene Räume – open spaces“. Dies eröffnet Künstlerinnen und Künstlern aus der Region, die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen einzubringen, ihre Arbeitsstätten und Ateliers zu öffnen sowie Ausstellungen und Live-Veranstaltungen an charmanten Orten, in ländlichen Scheunen und auf bunten Wiesen zu realisieren.
- Das Atelier von Eka Orba in Lieberose (Schlosshof 5) ist in der Zeit jeden Samstag und Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet.
Am Sa. 22. August und am Samstag 29. August von 13:30 – 15:30 findet ein Workshop „Experimentelle Malerei“ mit Eka Orba statt.
Um Anmeldung wird gebeten: 0179 4778224 oder eka@orba-art.com - Am Samstag den 15. August und am Sonntag, den 30. August jeweils um 10:30 Uhr führt Friederike Seiffert, die Enkelin von Erich Seiffert und Urenkelin von Walter Kühne, Künstlern der ehemaligen Künstlerkolonie, durch die ehemalige Künstlerkolonie Jamlitz
Treffpunkt: Glashütte (an der Brücke), 15868 Jamlitz
Weitere Veranstaltungen und alle Termine unter https://openart-lausitz-biennale.de/de
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Die Ausstellung der openart Lausitz Biennale steht in der Tradition der vorherigen Ausstellungen „Standort_Bestimmung“ (2021), „Bestand und Fiktion“ (2023), „Vom Verschwinden“ (2025), veranstaltet durch brandung e.V.
Die Nachfolger:innen des damaligen Jamlitzer Künstlerkreises – heute „Kunst und Kultur Jamlitz“ – sind Mitglied im Verband Europäischer Künstlerkolonien.
