Pres­se­mit­tei­lung

2009 / 0248 - 09.11.2009

Bessere Überlebenschancen nach Herzstillstand

Neue Wege geht der Rettungsdienst des Landkreises Dahme-Spreewald bei der Versorgung von Notfallpatienten, die einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten.
Heute stellte Frank Schwertfeger, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, in der Rettungswache Lübben die therapeutische Hypothermie vor. Sie gilt als das zurzeit wirksamste Behandlungskonzept zur Steigerung der Überlebensrate nach einem Herzstillstand und basiert auf die milde Abkühlung der Körpertemperatur des Patienten.
Seit dem 1. Oktober 2009 sind die Notarzteinsatzfahrzeuge im Landkreis in Abstimmung mit dem Klinikum Dahme-Spreewald mit dem neuen System ausgestattet.
„Man weiss aus vielen Untersuchungen, dass ein Herabsetzen der Körpertemperatur unter die Norm bis in Bereiche von 32 – 34°C die Überlebenschancen verbessert und außerdem die Patienten weniger neurologische Ereignisse haben. Auch wenn ein Patient nach einer Herz-Lungen-Wiederbelebung überlebt, kann eine Schädigung des zentralen Nervensystems eingetreten sein. Diese Schädigung wird durch die gezielte Unterkühlung des Körpers reduziert“ erläuterte Schwertfeger.
Die Einführung der neuartigen Behandlungsmethode fand in enger Abstimmung mit dem Klinikum Dahme-Spreewald statt, um die Patienten auch nach der Notfallbehandlung weiter effektiv in den Kliniken des Landkreises therapieren zu können. „Auch für Patienten, die im Klinikum primär nach einem Herzstillstand wiederbelebt werden müssen, steht diese Therapie selbstverständlich zur Verfügung“, betonte der Arzt.
In speziellen Schulungen wurden Notärzte, Rettungssanitäter und zuständiges Klinikpersonal mit der neuen Behandlungsmethode vertraut gemacht. Dabei konnte der Landkreis auf umfangreiche Erfahrungen aus dem Uniklinikum Wien zurück greifen.
Mit der Einführung der Hypothermie ist Dahme-Spreewald der erste Landkreis in Deutschland, der im Rettungsdienst flächendeckend mit dem modernen System arbeitet.

Hintergrund:

Der 2.261 km² große und rund 162.000 Einwohner zählende Landkreis Dahme-Spreewald unterhält acht Rettungswachen, die alle vom Regionalverband Südbrandenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. betrieben werden. Der Rettungsdienst der Johanniter im Landesverband Berlin/Brandenburg ist auf der Grundlage des Qualitätsmanagementsystems nach der DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Vorgehalten werden im Regelrettungsdienst des Landkreises insgesamt vier Notarzteinsatzfahrzeuge, elf Rettungstransportwagen, drei Krankentransportwagen und ein Infektionsrettungswagen. Für Großschadensfälle steht den Organisatorischen Leitern Rettungsdienst im Nord- sowie Südbereich jeweils ein Einsatzleitwagen zur Verfügung.

Bild: Frank Schwertfeger, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in der Rettungswache Lübben stellt die therapeutische Hypothermie vor.